IM WESTEN NICHTS NEUES (Edward Berger – 2022)
Darsteller: Felix Kammerer, Albrecht Schuch, Aaron Hilmer, Moritz Klaus

Nach der ersten Verfilmung aus dem Jahr 1930 – ausgezeichnet 1931 mit dem Oscar für den besten Film und den Regie-Oscar für Lewis Milestone – und einem TV-Film 1979 dreht Edward Berger mit Im Westen nichts Neues die erste deutsche Verfilmung des Antikriegsroman von Erich Maria Remarque und braucht sich vor der 97 Jahre alten Version nicht zu verstecken. Vor allem die Szenen in den Schützengräben und dem Niemandsland sind von einer bedrückenden Intensität wenn die jungen Soldaten als Kanonenfutter verheizt, von Flammenwerfern niedergemacht und von Panzern überrollt werden ist das schonungslos von Berger inszeniert ohne sich daran zu ergützen. Felix Kammerer ist eine perfekte Besetzung als Paul Bäumer mit seinem Gesicht dem das Grauen des Krieges irgendwann wie eingemeizelt wirkt und leicht an George MacKay in 1917 erinnert, Albrecht Schuch als Stanislaus Katczinsky liefert darstellerisch wahrscheinlich die besten zwei Szenen des Films ab und hätte eine Oscar-Nominierung verdient gehabt – und auch Daniel Brühl als Matthias Erzberger gefällt in der eingfügten zweiten Handlungsebene über die deutsch-französischen Verhandlungen über den Waffenstillstand. Im Westen nichts Neues ist insgesamt nicht der ganz große Wurf, aber alleine dank der Regie von Berger, der Kamera von James Friend sowie der Musik von Volker Bertelmann – die manchmal etwas seltsam anmutet – auf einem technischen sehr guten Niveau.