MORD MIT KLEINEN FEHLERN (Joseph L. Mankiewicz – 1972)
Darsteller: Laurence Olivier, Michael Caine, Alec Cawthorne, John Matthews

Was für ein unglaubliches Pech für Laurence Olivier und Michael Caine in dem Jahr Marlon Brando vor der Nase gehabt zu haben, denn es wäre ein verdientes Oscar-Tie gewesen mit leichter Tendenz zu Caine. Mord mit kleinen Fehlern ist ein Film ohne großen Fehler, getragen von zwei großartigen Hauptdarstellern, dramatisch wie humorvoll, spannend wie überraschend und für seine über zwei Stunden Laufzeit erstaunlich kurzweilig. Hat man in der ersten Hälfte viel Spaß damit wie der von Oliver gespielte Krimi-Autor Andrew Wyke den Nebenbuhler seiner Frau durch sein Haus zu scheuchen damit er einen Einbruch ganz nach seinen Vorstellungen verübt, schlägt nach dem ersten dramatischen Gong die große Stunde von Caine in perfekter Maske und nicht weniger Genuss daran seinem Gegenüber seine Überlegenheit spüren zu lassen – und gekrönt wird das ganz mit einer perfekten Schlussnote. Joseph L. Mankiewicz führt mit feinen Einfällen alle Fäden zusammen, die Musik von John Addison ist genauso wie das Szenenbild der Bond-Veteranen Ken Adam und Peter Lamont – das sich vor allem in der verspielten Villa von Wyke wiederspiegelt – großartig und Mord mit kleinen Fehlern ist einfach dank seinen beiden Hauptdarstellern so unterhaltsam, dass man fast vergessen könnte, dass Caine auch im Remake mitgespielt hat.