JAMES BOND 007 – DER MORGEN STIRBT NIE (Roger Spottiswoode – 1997)
Darsteller: Pierce Brosnan, Michelle Yeoh, Jonathan Pryce, Teri Hatcher

Wie gewohnt mussten die Fans nur zwei Jahre auf den zweiten Auftritt von Pierce Brosnan als 007 warten und vor allem bei den Leuten hinter der Kamera fand man viele neue Gesichter: Bei James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie übernahm Roger Spottiswoode die Regie der vorher eher Filme wie Stop! Oder meine Mami schießt!, Scott & Huutsch aber auch Mörderischer Vorsprung gedreht hatte, Bruce Feirstein schrieb jetzt komplett das Drehbuch anstatt es nur zu überarbeiten, mit Robert Elswit führte die Kamera ein mehr als erfahrener Mann und vor allem stieß David Arnold als Komponist zur Reihe dazu und sollte ihr bis 2008 treu bleiben. Brosnan geht in den Schlägereien noch immer ein wenig die Härte ab überzeugt aber mit seinem Charme, Michelle Yeoh übertrumpft ihn aber deutlich auch wenn es schade ist dass sie nicht mal im Ansatz zeigen konnte was sie in den Actionszenen zu leisten imstande ist und mit Vincent Schiavelli als Doktor Kaufmann bekommt man einen der besten Figuren der Reihe sowie die stärkste Szene im gesamten Film. Leider stinkt man bei den anderen Gegenspieler komplett ab, Jonathan Pryce driftet als Elliot Carver immer leicht ins Overacting ab, Götz Otto als Stamper ist ein Robert Shaw für ganz Arme und über Teri Hatcher kann man sich ebenso ausschweigen – wenigstens gibt es neben Schiavelli noch den wunderbaren Ricky Jay. Die Geschichte mit dem offensichtlich verrückten Medienmogul hatte Potenzial, kommt aber dank Pryce nie wirklich gut in Fahrt, die Action ist abseits der Eröffnugnssequenz in Ordnung – die Flucht per Motorad durch Ho-Chi-Minh-Stadt sogar toll – und im schwachen Finale zeigt sich dass Carver eben nur ein schwacher Abklatsch von Karl Stromberg ist. Der Score von Arnold ist ein Pluspunk in einem durchwachsenen Film, der Titelsong von Sheryl Crow solide aber auch deutlich hinter dem eigentlich als Titelsong vorgesehenen – zumindest im Abspann vorkommenden – „Surrender“ von k.d. lang und die Version des „James Bond Theme“ von Moby ist auch cool. Das zweite Abenteuer von Brosnan ist dem zweiten von Roger Moore nicht unähnlich, verschenkt wie dieser viel Potenzial und zählt vielleicht zu den schwächsten der kompletten Reihe. Es konnte mit James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug wieder zwei Jahre also eigentlich nur aufwärts gehen.