JAMES BOND 007 – GOLDENEYE (Martin Campbell – 1995)
Darsteller: Pierce Brosnan, Izabella Scorupco, Famke Janssen, Sean Bean

Endlich war Pierce Brosnan am Ziel angekommen: Er war Bond. James Bond. Man war in den 1990ern, der kalte Krieg war vorbei, die Sowjetunion aufgelöst wurden und Bond laut der neuen M ein sexistischer, frauenfeindlichen Dinosaurier. Auf der kreativen Seite setzte sich Martin Campbell – mit der BBC-Serie Am Rande der Finsternis von 1985 im Rücken – das erste von zwei Male in den 007-Regiestuhl, Barbara Broccoli und Michael G. Wilson produzierten und Jeffrey Caine überarbeitete das Drehbuch mit Hilfe von Bruce Feirstein sowie ungenannter durch Kevin Wade. Am Ende ist James Bond 007 – GoldenEye der gewohnt gute Einstieg für einen neuen Darsteller, die Eröffnungssequenz abseits des Bungee-Sprungs in Ordnung und der Titelsong einer der stärksten der Reihe. Man wird von einer Actionszene zur nächsten geleitet von denen vor allem die Verfolgung per Panzer durch Sankt Petersburg sowie der Angriff auf das GoldenEye-Satellitenkontrollzentrum nut dem tollen Einsatz von Modellen überzeugen können, dafür schwächelt das Finale etwas. Brosnan macht einen guten Job als Bond, Izabella Scorupco ist abseits ihrer großen Einzelszene während des GoldenEye-Angriffes vergessenswert, Famke Janssen im direkten Vergleich deutlich besser und Sean Bean hätte wahrscheinlich auch einen guten 007 abgegeben, gefällt aber auch als 006 und dass sich dieser am Ende – wie wunderbar lakonisch von Bond angemerkt – im Grunde einfach als Bankräuber herausstellt. Die Musik von Éric Serra abseits der einen oder anderen seltsamen Entscheidung aber vor allem während der Monaco-Szene eigentlich ganz hörbar, tolle Kamerarbeit von Phil Meheux und endlich sieht man in einem Teil der Reihe den Einsatz von Greenscreen nicht. Das Debüt von Brosnan müht sich manchmal etwas auf erzählerischer Ebene, Judi Dench macht ab der ersten Sekunde deutlich dass sie als M gekommen ist um lange zu bleiben und als Film ist James Bond 007 – GoldenEye etwas besser als das Dalton-Debüt. Man konnte also gespannt sein wie sich Brosnan in James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie schlagen sollte, denn eine Steigerung war durchaus im Rahmen der Möglichkeiten.