IM SCHATTEN DES ZWEIFELS (Alfred Hitchcock – 1943)
Darsteller: Teresa Wright, Joseph Cotten, Macdonald Carey, Henry Travers

Fast noch mehr als später bei Psycho wird bei Im Schatten des Zweifels von Anfang klar, dass Charlie Oakley der Bösewicht ist und ähnlich wie bei Norman Bates gelingt es auch Joseph Cotten seiner Figur trotzdem eine sehr charmante Seite zu verleihen die aber immer wieder von den wahren Gefühlen von Charlie durchbrochen wird und in genau diesen Momenten – wie mit seiner Nichte im Lokal oder während seiner Wutrede über Witwen am Essenstisch – brilliert Cotten. Teresa Wright als Gegenpol macht das beste aus ihrer Figur, denn vor allem am Anfang fällt es doch schwer mit Charlotte „Charlie“ Newton warm zu werden und erst in den Szenen mit Macdonald Carey gewinnt die weibliche Charlie etwas an Sympathie. Dazu kommen wie bei Alfred Hitchcock nicht anders zu erwarten tolle weitere Nebenfigurn wie Edna May Wonacott als neunmalkluge kleine Schwester, Hume Cronyn und Henry Travers die sich gegenseitig erzählen wie sie den jeweils anderen umbringen würden und natürlich Patricia Collinge als Mutter und Schwester von Charlie bzw. Charlie. Es gibt wie nicht anders von Dimitri Tiomkin zu erwarten einen tollen Score, schöne Kameraeinstellungen, die Spannungs baut sich langsam auf und das Finale bricht dann fast zügig über den Zuschauer hinein. Im Schatten des Zweifels weiß wunderbar zu unterhalten – auch wenn er ein wenig braucht um richtig in Fahrt zu kommen.