EVERYTHING EVERYWHERE ALL AT ONCE (Daniel Scheinert, Daniel Kwan – 2022)
Darsteller: Michelle Yeoh, Ke Huy Quan, Stephanie Hsu, James Hong

Wenn es eine Sache gibt die man Everything Everywhere All at Once nicht vorwerfen kann, dann dass er nicht kreativ ist, denn was Daniel Scheinert und Daniel Kwan in den knapp über zwei Stunden auf den Zuschauer loslassen, kommt schon einem Orkan der verrückten Ideen gleich an dem jemand wie Michaele Gondry seine wahre Freunde gehabt hätte. Michelle Yeoh und Ke Huy Quan haben eine ganz zauberhafte Chemie zusammen und geben in jeder Szene mehr als alles, Stephanie Hsu als ihre Filmtochter steht ihnen in fast nichts nach und auch Jamie Lee Curtis bekommt einige Momente von den Daniels spendiert die von ihr mit großer Spielfreude ausgefühlt wird – und selten ist jemand so witzig mit dem Kopf durch eine Treppenhauswand gekracht. Dazu kommt ein toller Score von Ryan Lott, eine beeindruckende Stuntarbeit sowie visuelle Effekte. Leider besitzt Everything Everywhere All at Once aber auch ein großes Manko: Für seine fast 140 Minuten ist die erzählte – im Kern sehr kleine und intime Geschichte – nicht interessant oder spannend genug, man versteht zwar was man mit den verschiedenen Paralleluniversen anstellen wollte, aber so richtig zu einem großen Ganzen verknüft wird das alles nur in den seltesten Augenblicken. So steckt man am Ende in einer Zwickmühle: Man möchte dem Film die gleiche Liebe wie Swiss Army Man zuteil werden lassen, aber so richtig verdient hat es Everything Everywhere All at Once eben auch nicht und das bricht einem ein bisschen das Herz.