SPENCER (Pablo Larraín – 2021)
Darsteller: Kristen Stewart, Jack Farthing, Sally Hawkins, Timothy Spall

Nach Jacqueline Kennedy in Jackie: Die First Lady widmet sich Pablo Larraín in Spencer nun einer Episode im Leben von Prinzessin Diana, weiß damit abermals sehr gut zu gefallen und hat das auch wieder seiner Hauptdarstellerin zu verdanken, denn eine starke Kristen Stewart spielt eine fast schon tragische Diana mit einer perfekten Mischung aus Selbstsicherheit und permanenter Verletzbarkeit und überstrahlt jede Szene in der sie auftritt. Da kommt es ihr auch zugute dass sie mit Timothy Spall, Sally Hawkins und Sean Harris als Darren McGrady – der Küchenchef der Königin – wunderbar harmoniert und vor allem Harris ist in jeder seiner Szenen fast so ein Highlight wie Stewart. Ähnlich wie bei Jackie: Die First Lady greift Larraín dabei auch auf kleine Momente des (menschlichen) Horrors zurück, ist aber weniger psychologisch aufgeladen – und der starke Score von Jonny Greenwood deutlich weniger fiebrig wie der von Mica Levi – sondern webt mit kleinen realen Elementen seine ganz eigene Geschichte Weihnachtsferien im Sandringham House 1991 die von Kamerafrau Claire Mathon traumhaft eingefangen wird. Am Ende mag Spencer ein kleiner Funke fehlen um richtig stark zu sein, aber zumindest zertrümmert er die vorherige Diana-Verfilmung vollständig und schon deswegen sollte man ihm applaudieren.