HOUSE OF GUCCI (Ridley Scott – 2021)
Darsteller: Lady Gaga, Adam Driver, Jared Leto, Jeremy Irons

Nach Alles Geld der Welt widmet sich Ridley Scott mit House of Gucci abermals einem wahren Verbrechen und weiß dieses Mal deutlich besser zu unterhalten, auch wenn er sich manchmal nicht ganz entscheiden kann ob er jetzt einen ernsthaften Film oder doch einen satirischen in der Machart eines The Wolf of Wall Street drehen möchte. Vor allem Jared Leto als Paolo Gucci ist so unangenehm drüber und komplett fehlbesetzt dass es fast ärgerlich ist, denn der restliche Cast macht seine Sache mehr als ordentlich: Im krassen Kontrast zu Leto spielt Adam Driver als Maurizio Gucci fast schon zurückhaltend routiniert, Lady Gaga ist als Patrizia Reggiani vielleicht etwas hinter ihrer Leistung in A Star Is Born aber auf jeden Fall sehenswert, während die Veteranen Jeremy Irons und Al Pacino ihre Rollen wohl auch im Schlaf herunterreißen könnten aber auch durchaus Spaß bereiten – und von Jack Huston hätte man gerne noch mehr sehen können. Die 160 Minuten weiß Scott zwar nicht immer sinnvoll oder interessant zu füllen und gerade die Probleme zwischen Patrizia und Maurizio stellen den Zuschauer immer wieder auf eine Geduldsprobe, aber sobald es um die Geschicke des Modeunternehmen geht ist das alles doch recht interessant. So verschenkt House of Gucci zwar ein bisschen seines Potenzials, ist aber wenigstens nicht so dröge wie Alles Geld der Welt. Trotzdem darf man sich ruhig die Frage stellen was z. B. ein Paolo Sorrentino mit der Geschichte angestellt hätte.