THE CARD COUNTER (Paul Schrader – 2021)
Darsteller: Oscar Isaac, Tiffany Haddish, Tye Sheridan, Willem Dafoe

Mit Filmen wie The Canyons und Dying of the Light – Jede Minute zählt schien die Karriere von Paul Schrader am Boden zu liegen und doch konnte er sich danach mit dem soliden Dog Eat Dog und dem guten – wenn auch nicht starken – First Reformed wieder auf die Beine stellen um mit The Card Counter den vielleicht besten Film seiner langen Karriere seit Hardcore – Ein Vater sieht rot zu drehen. Als eine Art Die Farbe des Geldes und Cincinnati Kid – auf den im Film auch Bezug genommen wird – mit einer gehörigen Portion der gewohnten Schrader-Zutaten überzeugt Oscar Isaac als in sich ruhender Glückspieler und Kartenzählen mit dunkler Vergangenheit ebenso wie Tye Sheridan als ihn begleitenden Cirk und Tiffany Haddish, der Kontrast zwischen der glitzernden Welt der zahlreichen Casinos, den unscheinbaren Dinners und Hotels und der mit einem tollen Kniff gefilmten Szenen in Abu Ghuraib ist von Kameramann Alexander Dynan stark umgesetzt und die Musik von Ben Salisbury und Geoff Barrow pumpt fast in jeder Szene. Vor allem Isaac liefert eine bravouröse Leistung ab, wechselt in sekundenschnelle von bedrohlich zu einfühlsam und wieder zurück und man leidet vor allem in diesenen Momenten richtig gehend mit seinem William Tell mit der mit allen Mitteln verhindern möchte dass Cirk seinen Lebensweg einschlägt und keinen besseren. The Card Counter zeigt eindrucksvoll dass Schrader vielleicht doch noch etwas von seiner ganz eigenen Betrachungsweise auf die Menschen übrig hat um daraus einen starken Film zu formen und man darf gespannt sein was als nächstes dabei herauskommt.