CHRISTOPHER COLUMBUS – DER ENTDECKER (John Glen – 1992)
Darsteller: Georges Corraface, Marlon Brando, Tom Selleck, Rachel Ward

Pünktlich zum 500. Jahrestages der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus wurden gleich zwei Filmprojekte auf die große Leinwand geworfen: 1492 – Die Eroberung des Paradieses von Ridley Scott mit Gérard Depardieu – und Christopher Columbus – Der Entdecker von Bond-Regisseur John Glen mit Georges Corraface der den eigentlich mal vorgesehenden Timothy Dalton ersetzte. Während ersterer vor allem noch wegen der Musik von Vangelis mehr oder weniger bekannt ist, vergissst man gerne den zweiten Film der zumindest noch Marlon Brando und Tom Selleck in Nebenrollen zu bieten hat und von der Kritik und Zuschauern allgemein ordentlich zerrissen wird. Aber gerade im Vergleich zum überlagen und stellenweise richtig ätzenden 1492 – Die Eroberung des Paradieses gelingt Glen vielleicht kein guter Film, aber so richtig viel zu meckern gibt es auch nicht, sondern der Film atmet überdeutlich den Geist alter Abenteuerfilme der 1950er, der Humor in den ersten Minuten wirkt leicht deplaziert mit Georges Corraface der hier leichte Bruce Campbell-Vibes verbreitet aber in der Rolle von Kolumbus zumindest überzeugender als Depardieu ist. Sicher: Marlon Brando gibt wahrscheinlich die schlechteste Leistung seiner Karriere ab in den rund drei Szenen in denen er was zu sagen hat und Tom Selleck als König Ferdinand ist lächerlich, aber der Rest ist unterhaltsame Durchschnittskost mit stellenweise einer überraschenden Härte. Auch wenn die Szene recht zum Schluss mit Benicio Del Toro in Lederweste die mit Goldmünzen verziert ist schon leicht panne ist.