ANATOMIE EINES MORDES (Otto Preminger – 1959)
Darsteller: James Stewart, Lee Remick, Ben Gazzara, Arthur O’Connell

Anatomie eines Mordes klingt im ersten Moment auch wegen James Stewart in der Hauptrolle nach einer Regiearbeit von Alfred Hitchcock, entstand aber unter der Regie von Otto Preminger während Hitchcock im gleichen Jahr Der unsichtbare Dritte herausbrachte und wenn erstmal die Gerichtsverhandlung ansteht, entwickelt er doch eine sehr gute Faszination. Das liegt natürlich vor allem an den Darstellern wie eben Stewart als der gewohnt idealistische Anwalt, Arthur O’Connell als sein am Anfang oft nicht nüchterner Freund und Kollege, Ben Gazzara als Angeklagter und Lee Remick als dessen Freundin denen jedes Mittel recht ist dass Biegler den Fall gewinnt, ein großartiger George C. Scott der als Ankläger Claude Dancer seine erste Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller erhielt sowie Joseph N. Welch als Richter Weaver. Dazu kommt ein wunderbarer Jazz-Score von Duke Ellington – der auch ein Cameo im Film hat – und auch wenn er mit 160 Minuten etwas zu lang geraten ist und es viel schneller zur Gerichtsverhandlungen hätte kommen können, macht Anatomie eines Mordes doch verdammt viel richtig.