DER SPINNENKOPF (Joseph Kosinski – 2022)
Darsteller: Chris Hemsworth, Miles Teller, Jurnee Smollett, Tess Haubrich

So zweckdienlich die Figuren von Miles Teller und Jurnee Smollett für die Geschichte auch sein mögen: Der Spinnenkopf gehört in erster Linie Chris Hemsworth und es ist eine wahre Freude ihn in seiner Rolle als Leiter einer besonderen Forschungseinrichtung – besser als ein Gefängnis, aber auch schlechter als die Freiheit – zu sehen wie er in Sekundenbruchteilen zwischen Freundlichkeit und Bedrohlichkeit wechseln kann und dass ihm gerade diese dunklen Momente verdammt gut zu Gesicht stehen – und dass er überraschend viele witzige Momente hat. Der zweite Star des Films ist dann die Forschungseinrichtung – der titelgebende Spinnenkopf – selber obwohl man gar nicht so viel von ihr zu sehen bekommen und der Hauptaugenmerk – neben dem Büro und Wohnraum des Leiters – auf die eigentliche Testkammer mit dem Kontrollraum liegen, die aber trotzdem mit ihrer Architektur die Blicke auf sich zieht. Die meiste Zeit weiß man unter der Regie von Joseph Kosinski dann auch gut zu unterhalten, man fragt sich worauf die ganze Geschichte mit den verschiedenen Medikamenten abzielt und dann schienen den beiden Autoren Rhett Reese und Paul Wernick aufgefallen zu sein, dass man nur noch wenige Drehuchseiten hat und kommen komplett überstürzt zum Finale – und das bei einem Film der trotzdem fast zwei Stunden geht. Wäre der erzählerische Faden von Der Spinnenkopf also etwas besser ausgearbeitet, dann wäre er ein wahres Erlebnis geworden. So bleibt am Ende ein noch immer guter wie zu großen Teilen spannender Blick auf die Beeinflussung von Menschen, der sich aber durch die letzten 10 Minuten viel selber wieder kaputt macht.