SCHACHNOVELLE (Philipp Stölzl – 2021)
Darsteller: Oliver Masucci, Birgit Minichmayr, Albrecht Schuch, Andreas Lust

Philipp Stölzl geht schon überraschend frei an den Roman von Stefan Zweig, aber trotzdem ist Schachnovelle eine sehr interessante Auseinandersetzung mit der menschlichen Psyche und wie ein Mensch – und der Geist – unter extremen Situationen zu überleben bereit ist. Oliver Masucci spielt sich wieder man die Seele aus dem Leib – sei es nun als anfang noch überheblicher Anwalt Josef Bartok im Wien kurz vor dem Anschluss an das Deutsche Reich oder später als gebrochener Mann auf dem Passagierdampfer – und ist eh ein Gewinn für jeden Film, Birgit Minichmayr braucht alse seine Ehefrau nur wenige Minuten zu Anfang um im Gedächtnis zu bleiben und auch der starke Albrecht Schuch als Gestapo-Beamter sowie Andreas Lust als Folter-Experte werten den Cast noch mehr auf. Dabei schafft Stölzl zusammen mit Kameramann Thomas W. Kiennast und Komponist Ingo Ludwig Frenzel eine intensive Sitatuion nach der nächsten und verwandelt die Reise des Dampfers nach New York wie auch das Hotel in Wien zu einem wahren Höllenort der griechischen Mythologie – und damit auch eine Umkehrung des vorherigen Films Ich war noch niemals in New York. Nur das eigentliche Ende kann einen leicht unbefriedigend zurücklassen, aber das ist der kleinste Kritikpunkt.