ROT (Domee Shi – 2022)

Nach dem sehr guten aber emotional weniger packenden Luca macht Pixar mit Rot wieder viel mehr richtig und liefert mal wieder den Beweis dafür, dass seit Alles steht Kopf im Jahr 2015 auf einen schwächeren – aber am Ende noch immer guten – Film aus dem Hause Pixar wieder ein besserer folgt. Zum ersten Mal führt mit Domee Shi eine Frau alleine die Regie – Brenda Chapman teilte sich bei Merida – Legende der Highlands den Posten 2012 noch mit Mark Andrews – und Shi ist auch gemeinsam für Julia Cho für das Drehbuch veranwortlich und ließ als Kind chinesischer Auswanderer die mit zwei Jahren nach Kanada zogen viel von ihren eigenen Erfahrungen als 13-jährige miteinfließen. Die Figuren rund um Mei und ihre Freundinnen Miriam, Priya und Abby sind sympathisch und die Coming-of-Age-Geschichte ist humorvoll wie zu Herzen gehend erzählt. Vor allem mit welcher Leichtigkeit Shi witzige Augenblicke mit genau der richtigen Dosis an Dramatik unterfüttert und die Geschichte der aufkommenden Pupertät der Hauptfigur erzählt ist bemerkenswert und im Schaffen von Pixar – wie auch von Disney – vielleicht einzigartig. Dazu passen dann auch tolle Animationen – mit großartigen Gesichtsanimationen an denen man sich fast nicht satt sehen kann und die einem mehr als einmal ein lautes lachen entlockt – und am Ende die Erkenntnis wahrscheinlich einer der stärksten Pixar-Produktionen seit Alles steht Kopf – der in seiner Themenwahl ähnlich war – gesehen zu haben.