THE FRENCH DISPATCH (Wes Anderson – 2021)
Darsteller: Benicio del Toro, Adrien Brody, Tilda Swinton, Léa Seydoux

Mit The French Dispatch liefert Wes Anderson einen Film ab der sich wie das Durchblättern einer Ausgabe vom The New Yorker der 1960er Jahre anfühlt und von dessen vier Episoden – wobei die ersten mit Owen Wilson eher eine Art Intro darstellt – vor allem die dritte – mit Frances McDormand und Timothée Chalamet – und noch viel mehr die vierte – mit Jeffrey Wright und Edward Norton – überzeugen können. Vor allem aber merkt man überdeutlich, dass Anderson als einer der ganz wenigen Regisseure in Hollywood wahrscheinlich jeden Schauspieler und jede Schauspielerin bekommt die er sogar nur für Mini-Rollen ins Auge fasst wenn selbst Leute wie Christoph Waltz, Elisabeth Moss, Saoirse Ronan, Rupert Friend oder auch Cécile de France für kleinste Rollen zusagen. Durch das Episodenfilm-Formar verliert The French Dispatch zwar im Gegensatz zu den vorherigen Werken von Anderson etwas an Interesse, aber wie bereits erwähnt reißt vor allem die letzte Episode mit der Entführung die etwas schwächere zweite Episode wieder heraus und vor allem hätte man noch viel mehr vom Talkshow-Auftritt von Jeffrey Wright und Liev Schreiber bringen können. Dazu zaubert Alexandre Desplat einen gar zauberhaften und beschwingen Score, die typische – leicht theaterhaft-künstlichen und pastelligen – Optik von Anderson durch die Kamerarbeit von Robert D. Yeoman ist ein Genuss und selbst wenn man am Ende zugeben muss, dass The French Dispatch nicht zu den besten Arbeiten von Anderson zählt, kann man sich seiner Magie doch nur schwer entziehen. Auch wenn es leichte Abzüge in der B-Note gibt.