GANGSTER IN KEY LARGO (John Huston – 1948)
Darsteller: Humphrey Bogart, Edward G. Robinson, Lauren Bacall, Lionel Barrymore

Selten war ein Titel so zutreffend wie Gangster in Key Largo, denn in dem Kammerspiel sitzt ein ehemaliger GI, der Hotelbesitzer mit seiner Tochter sowie ein Haufen Gangster in einem Hotel in Key Largo fest während draußen ein gewaltiger Hurricane tobt. Humphrey Bogart gibt wieder den knochigen harten Hund, Edward G. Robinson ist sogar noch besser als Gangsterboss Johnny Rocco und der wunderbare Lionel Barrymore ist ebenso dabei wie Lauren Bacall als seine Tochter sowie Claire Trevor als Gaye Dawn – Geliebte von Rocco und Alkoholikerin. Gefühlt trauert jede Figur ihrer rumreicheren Vergangenheit nach – vor allem Rocco und Dawn -, der von Bogart gespielte Frank McCloud ist ein desillusionierter Idealist und über allem tobt eine wahrscheinlich wenig schöne Zukunft in Form des Hurricane. Der Score von Max Steiner ist wie nicht anders zu erwarten sehr gut – wenn auch etwas hinter seiner Arbeit zum im gleichen Jahr erschienene Der Schatz der Sierra Madre – und vor allem die Kamerabeit von Karl Freund ist mit ihrem Spiel mit Licht und Schatten, Regen und Nebel eine wahre Wucht. Außerdem gelingt John Huston ein ziemlich guter Jumpscare und am Ende ist Gangster in Key Largo vielleicht nur ein halber Noir-Film, aber ein sehr gutes Kammerspiel mit ebenso sehr guten Darstellern.