SHIVA BABY (Emma Seligman – 2020)
Darsteller: Rachel Sennott, Molly Gordon, Polly Draper, Danny Deferrari

Mit Schiv’a wird im Judentum die sieben Tage der Trauer nach einem Begräbnis beschrieben und so spielt auch Shiva Baby – dem Regiedebüt von Emma Seligman der auf dem gleichnamigen Kurzfilm basiert – an so einem Tag. Rachel Sennott brilliert dabei ab der ersten Sekunde immer am Rande eines Nervenzusammenruchs stellenweise alleine durch ihre Mimik, Fred Melamed und Polly Draper als ihre Eltern sind nicht weniger stark und Seligman legt in den knapp 70 Minuten ein Tempo an den Tag dass es eine wahre Freude ist. Die Dialoge sind geschliffen scharf und die Situationen knapp vor der totalen Absurdität ohne diese Grenze zu überschreiten sondern trotzdem erschreckend real zu bleiben. Vor allem aber gelingt es Seligman im Grunde einen Horrofilm zu drehen ohne einen Horrorfilm zu drehen: Die von Sennott gespielte Danielle durchleidet an diesem Tag eine persönliche Hölle weil sie von allen Leuten auf der Schiv’a beurteilt wird, ihr Lover mit Ehefrau und Baby auftaucht und so manche Lüge von ihr aufzufliegen droht. Dazu passt dann auch die Musik von Ariel Marx die so auch in einem Slasher vorkommen könnte, aber Shiva Baby ist am Ende halt eine von vor bis hinten starke Dramödie kurz vor dem totalen Nervenzusammenbruch.