BLACK BEAUTY (Ashley Avis – 2020)
Darsteller: Kate Winslet, Mackenzie Foy, Iain Glen, Calam Lynch

Die neuste Adaption des Klassikers von Anna Sewell weiß vor allem in der ersten Hälfte und dem Weg des wilden Mustangs von den Onaqui Mountains in Utah zu seinem neuen Zuhause Birtwick zu gefallen und zu fesseln und Mackenzie Foy und Iain Glen schaffen es schnell im Zusammenspiel mit Black Beauty – im Original aus dem Off gesprochen von Kate Winslet und in der deutschen Version von Ulrike Stürzbecher – den Zuschauer für sich einzunehmen. Leider verliert Ashley Avis als Regisseurin und Drehbuchautorin etwas den Faden, wenn es zu dem kurzen Abstecher nach Earlshall und damit in die Welt der Schönen und Reichen geht, lässt diese Welt aber auch wieder recht schnell hinter sich und folgt dem weiteren Weg von Black Beauty bei dem vor allem Hakeem Kae-Kazim als Ranger im Gedächtnis bleibt. Hier – vor allem in der Zeit in New York – fällt auch auf wie sich die Kamerarbeit von David Procter ändert: Von den braunen und warmen Farben auf Birtwick ändert sich die Optik hin zu einem trostlosen Grau und aus dem ländlichen Idyll wird der kalte Großstadtdschungel. Daneben untermalt die Musik von Guillaume Roussel die verschiedenen Abschnitte stets mit wunderschönen Melodien ohne zu kitschig zu werden und wenn am Ende Jo und Black Beauty wiedervereint sind, dann kann das einem doch emotional mehr mitnehmen als man gedacht hätte. Black Beauty ist ruhiger und irgendwie kleiner als ähnliche Produktionen wie Flicka – Freiheit. Freundschaft. Abenteuer., Secretariat – Ein Pferd wird zur Legende oder auch Dreamer – Ein Traum wird wahr, weiß den Zuschauer aber in genau den richtigen Momenten zu packen und dank Mackenzie Foy und Iain Glen ist der schwarze Mustang vor allem in der ersten Hälfte durch und durch sehenswert.