SHOWGIRLS (Paul Verhoeven – 1995)
Darsteller: Elizabeth Berkley, Kyle MacLachlan, Gina Gershon, Glenn Plummer

Showgirls ist schon ein zutiefst interessantes Werk: Drei Jahre nach seinem Erfolg mit Basic Instinct wurde die zweite Zusammenarbeit von Paul Verhoeven mit Drehbuchautor Joe Eszterhas von den Kritikern komplett in Grund und Boden gestampft und nach über 25 Jahren darf man sich die Frage stellen, ob dies nur aus reiner Gehässigkeit geschah. Nein: An seine anderen US-Filme wie RoboCop, Total Recall: Die totale Erinnerung oder eben Basic Instinct kommt Showgirls nicht heran, weiß aber die meiste Zeit über die unterhalten, Elizabeth Berkley spielt Nomi Malone mit einer interessanten Mischung aus Overacting und ehrlicher Verletzbarkeit, Gina Gershon stiehlt absolut jede Szene, die verschiedenen Versionen der Goddess-Tanzrevue sind ein wilder Ritt durch das Musicalfilm-Genre und seltsamerweise schafft man es sogar mehr als nur einmal den Zuschauer zum schmunzeln zu bringen und vor allem emotional zu packen und ans Herz zu gehen. Einige Figuren gewinnt man sogar richtig lieb und am Ende wäre es vielleicht doch spannend gewesen die gute Shirley Ann Costello auf ihrem weitern Weg nach Los Angeles zu beobachten. Showgirls mag kein Meisterwerk für die Ewigkeit sein, aber dank der Regie von Verhoeven ein satirischer Blick auf die große Welt der Tanz-Unterhaltung in der es nur auf den Blickwinkel ankommt ob man den Haufen Scheiße direkt sieht oder erst wenn sich der Glitzer gelegt hat.