Gemessen an den Möglichkeiten – und vielleicht auch an den Erwartungen – ist der spanische The Cannibal Club von Guto Parente fast eine kleine Enttäuschung, denn abgesehen von zwei oder drei schön harten und blutigen Momenten – quasi zu Beginn und am Ende -, ist der Film vor allem eine Sache: Unfassbar geschwätzig. Dabei kann man Parente es noch nicht mal richtig übel nehmen keine guten Absichten mit seiner Satire auf die obere Gesellschaftsschicht die auf ihre untersten Angestellten herabblicken – und verspeisen – gehabt zu haben. Nur wo z. B. ein Álex de la Iglesia es noch immer schaft den Zuschauer für sein Anliegen und für seine Figuren zu interessieren zu interessieren, bringt Parente mit den trotzdem gut spielenden Ana Luiza Rios und Tavinho Teixeira als Ehepaar und José Maria Alves als ihr Bediensteter es eben nicht fertig zu fesseln, sondern mehr zu langweilen. Die drei Darsteller und die beiden Szenen von denen es noch gerne mehr geben hätte können, retten also am Ende einen leicht unterdurchschnittlichen Film.