Es mag im ersten Moment ein ungewöhnlicher Weg von Greta Gerwig als Autorin und Regisseurin gewesen zu sein in der bis dato siebten Verfilmung des Klassikers von Louisa May Alcott die Geschichte von Jo, Amy, Meg und Beth nicht chronologisch zu erzählen, sondern eine nichtlineare Erzählweise zu wählen, aber es war genau richtig: Little Women erfindet sich und seine bekannte Geschichte auch beim siebten Mal nicht komplett neu, aber fühlt sich alles irgendwie frischer und fast moderner an als z. B. die von mir geliebte Verfilmung aus dem Jahr 1994. Da passt es auch, dass sich Gerwig mehr auf die Wege der March-Schwestern als Erwachsene konzentriert als die von vielen vielleicht mehr geschätzte erste Hälfte des Buches und so wunderbar Szenen der unbeschwerten Kindheit in der Welt der Erwachsenen aufblitzen lässt. Von den Darstellern setzen Saoirse Ronan als Jo und Florence Pugh als Amy natürlich die größten Ausrufezeichen und brillieren vor allem in der zweiten Hälfte des Films von Szene zu Szene, während Emma Watson als Meg und Eliza Scanlen als Beth vielleicht etwas zurückstecken müssen, aber trotzdem ihre Figuren mit viel Leben ausfühlen – was vor allem der wunderbaren Eliza Scanlen sehr gut gelingt. Timothée Chalamet gibt einen passenden Laurie – wird dabei aber fast von Louis Garrel als Friedrich Baehr getoppt von dem ich gerne noch mehr gesehen hätte – und als Marmee kann Laura Dern viele kleine Zeichen der Wärme setzen und ist damit ein gutes Kontrastprogramm zu Meryl Streep als strenge Aunt March. Bei den Kostümen von Jacqueline Durran geht einem so oder so das Herz auf und vor allem die Garderobe von Ronan ist in jeder Szene atemberaubend anzusehen ohne irgendwie pompös zu sein. Der Score von Alexandre Desplat gibt eine wunderschöne Untermalung, auch wenn ihm vielleicht etwas der Zauber eines Orchard House (Main Title) von Thomas Newman fehlt – aber das ist auf jeden Fall verschmerzbar.