Robert Zemeckis geht auch mit Willkommen in Marwen einfach den Weg weiter den er mit The Walk angefangen hat – Flight ignoriere ich aus Gründen, auch wenn er durchaus ein ähnliches Erzählmuster hat – und mit Allied – Vertraute Fremde in einer fitktiven Geschichte fortgeführt hat: Den Zuschauer komplett emotional mitnehmen und durch seine auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte führen. Steve Carell verkörpert wie so oft in den letzten Jahren mit Mark Hogancamp eine reale Persönlichkeit und meistert auch diese Rolle auf fast schon gewohnt hohem Niveau: Man spürt zu jeder Sekunde den Schmerz seiner Figur und seinen Kampf mit dem ihm beigefügten Trauma und auf welche Art und Weise er versucht es zu verarbeiten ist schlicht herzerwärmend. Auch Leslie Mann und Merritt Wever funktionieren im Zusammenspiel mit Carell fantastisch und Gwendoline Christie als Betreuerin mit russischem Akzent bringt eine angenehm humorige Note mit ein. Das Highlight aber sind die Szenen mit den Puppen im Frankreich des zweiten Weltkrieges: Perfekt animiert und verkörpert und gesprochen von Carell, Mann, Wever, Christie sowie Janelle Monáe, Eiza González, Leslie Zemeckis, Diane Kruger und Falk Hentschel passen sie sich perfekt in die Geschichte ein und in einem Fall sogar in die reale Welt. Ebenfalls nicht unerwähnt lassen sollte man den fantastischen und wunderschönen Score von Alan Silvestri der vielleicht seit Jahren nicht mehr so stark abgeliefert hat und vollkommen zu Unrecht bei den wichtigen Filmpreise ignoriert wurde.

Fazit: Willkommen in Marwen ist eine zu Herzen gehende Geschichte über den Kampf mit einem schrecklichen Erlebnis mit einem fantastischen Cast, einem wunderschönen Score und Animationsszenen die einen eigenen Film verdient hätten.