Mit The Jungle Book lieferte Jon Favreau 2016 eine starke Neu- bzw. Realverfilmung des Disney-Klassikers ab und mit seinem zweiten Werk Der König der Löwen verhebt er sich im direkten Vergleich dann doch gehörig. Zwar fängt man die Szenen des Originals stellenweise 1 zu 1 ein und die dt. Syncro mach vor allem mit Florence Kasumba als Shenzi – Kasumba spricht sie auch im Original -, Axel Malzacher als Zazu und Torsten Michaelis als Scar einen starken Job, aber eine wichtige Sache geht es Film leider komplett ab: Das vermitteln von jeglicher Form von Emotion. Der komplette Film fühlt sich an wie eine Tech Demo und es fehlt vielleicht dann doch ein menschlicher Bezugspunkt wie in The Jungle Book und der Figur des Mogli. Das geht in der dt. Version so weit, dass sich vor allem Ich will jetzt gleich König sein, Hakuna Matata und vor allem Kann es wirklich Liebe sein wie schwache Abziebilder anfühlen und nur Der ewige Kreis und Seid bereit können überzeugen – auch wenn Michaelis zwar die Hinterlistigkeit von Scar sehr gut vermitteln kann, aber das dreckige von Thomas Fritsch fehlt ihm leider ein wenig.

Fazit: Nach Alice im Wunderland im Jahr 2010 die schwächste Realumsetzung eines Disney-Klassikers. Komplett befreit von Emotionen und einem leichten Hang zum Uncanny Valley. Was den Film gerade noch so auf ein durchschnittliches Maß rettet sind in der dt. Version die Sprecher und die trotz allem gelungenen Effekte.