Es ist kaum in Worte zu fassen mit welcher Leichtigkeit Viggo Mortensen und Mahershala Ali ihre Rollen 130 Minuten lang zum Leben erwecken: Auf der einen Seite Mahershala Ali der Don Shirley mit einer wunderbaren Mischung aus Erhabenheit – fast Arroganz – und tiefer Verletzlichkeit inklusiver Wut über die Rassenproblematik der damaligen Zeit; und auf der anderen Viggo Mortensen der Tony Lip mit einer unglaublich charmamnten Bodenständigkeit und stellenweise Naivität darstellt. Die beiden auf ihren Roadtrip durch den tiefen Süden USA des Jahres 1962 zu begleiten macht genau so viel Spaß wie es einem zum Nachdenken über die damalige Situationen der afroamerikanischen Bevölkerung anregt und das schaffen Ali und Mortensen sehr oft ohne Worte, sondern nur mit Blicken und Gesten. Sei es ein in sich hinein Lachen von Mortensen oder ein abschätzig-verwirrter Blick von Ali: Hier harmonieren zwei Darsteller auf der höchsten Ebene. Auch der fokussierten Regie von Peter Farrelly und der Schnittarbeit von Patrick J. Don Vito ist es zu verdanken dass einem 130 Minuten nicht wie 130 Minuten vorkommen und man immer bei den kleinen Geschichten bleibt die vor einem ausgebreitet werden; und wenn es aus Don Shirley dann irgendwann in einem Wutausfall herausbricht dass es selbst in seiner „besseren“ Position eben nicht alles besser ist ein afroamerikanischer Mensch in den Vereinigten Staaten zu dieser Zeit zu sein, dann weiß man dass man ein wahres Meisterwerk vor sich hat.

Fazit: Kein trockenes Drama über die Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit der Afroamerikaner in den 60ern, sondern ein spaßiger wie ernsthafter Road Trip mit zwei großartigen Hauptdarstellern und dem sozialkritischen Herz am genau richtigen Fleck.