Schon das Original von Dario Argento wusste nicht wirklich zu überzeugen und so war es für Luca Guadagnino nicht so schwer zumindest einen besseren Film abzuliefern. Am Ende ist sein Remake auch der etwas bessere Film, krankt aber wie schon bei den vorherigen Filmen von Guadagnino – vor allem A Bigger Splash – daran, dass ihm irgendwann die Luft ausgeht und sich immer wieder deutlicher Leerlauf einschleicht. Dass er die knapp 100 Minuten des Originals mit weiteren 50 Minuten fast tot streckt ist der deutlichste Kritikpunkt, denn mit einer gestauchteren Laufzeit wäre Suspiria ein guter Film geworden. Vor allem das Finale weiß mit seiner Bildgewalt zu überzeugen und entschädigt etwas für den steinigen Weg dorthin. Einer vergessenswerten Performance von Jessica Harper 1977 steht eine gute von Dakota Johnson entgegen, auch wenn der komplette Cast natürlich von der dreifach spielenden Tilda Swinton überstrahlt wird und vor allem – mit Hilfe einer großartigen Maskenarbeit – in der Rolle des Dr. Josef Klemperer stark aufspielt. Die Bilder von Sayombhu Mukdeeprom geben ein stimmiges Bild vom Berlin in der Zeit des des Deutschen Herbstes 1977 wieder und untermalt ist es alles mit einem wunderbaren Score von Thom Yorke.

Fazit: Suspiria hat einen tollen Score und Body-Horror-Momente, starke Ballett-Szenen und die letzten 30 Minuten sind der Hammer. Aber der Rest krankt an den typischen Luca Guadagnino-Problemen, der einfach viel zu dösig inszeniert und Potenzial liegen lässt.