Aufbruch zum Mond ist in erster Linie ein audiovisuelles Vergnügen: Wenn direkt am Anfang Neil Armstrong mit seiner X-15 fast nicht mehr den Wiedereintritt schaft, hört man es aus allen Ecken hämmern, poltern und knarzen. Auch die späteren Szenen mit der Gemini 8, die Katastrophe mit Apollo 1 und natürlich der Flug von Apollo 11 sind tontechnische Leckerbissen. Dazu passt auch der niemals zu dick auftragende Score von Justin Hurwitz der aber auch durchaus in den richtigen Augenblicken fast zu epischen Höhen ansetzt. Darstellerisch dagegen reiß man keine Bäume aus: Ryan Gosling und Claire Foy spielen ohne Frage gut auf, auch wenn gerade Gosling etwas hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Dazu gesellt sich ein schöner Nebencast um Leute wie Jason Clarke, Kyle Chandler und Corey Stoll von denen ich mir am Ende vielleicht etwas mehr Leinwandzeit gewünscht hätte. Deutlichster Knackpunkt ist aber leider das Drehbuch von Josh Singer der es wie schon bei Die Verlegerin und Inside WikiLeaks – Die fünfte Gewalt nicht schaft eine spannende Geschichte in ein spannendes Drehbuch zu verwandeln und bei allen Bemühungen um historische Genaugkeit abermals vergisst Herzblut einfließen zu lassen und sich etwas vom drögen Dokumentationscharme zu verabschieden – das gelang z. B. Ron Howard mit Apollo 13 doch deutlich besser.

Fazit: Bei seiner dritten Regiearbeit kann Damien Chazelle zum ersten Mal nicht vollständig überzeugen und unter dem Strich bleibt vor allem ein Genuss für die Ohren.