Eine Sache kann man Steven Soderbergh nicht vorwerfen: Dass er nicht experimentierfreudig ist. Dass das zwar auch leicht in die Hose gehen kann beweisen Filme wie Full Frontal oder sein letzter Film Unsane und auch mit The Good German und Solaris habe ich so meine Probleme, aber davon abgesehen hat er schon mehr als nur einmal unter Beweis gestellt was er so alles auf die Leinwand zaubern kann.


5. CHE – REVOLUCIÓN (2008)

Großartiger erster Teil des Biopic über Ernesto Guevara mit einem starken Cast um Benicio del Toro als Ernesto Guevara und Demián Bichir als Fidel Castro. Vor allem die Szenen die den Kampf der Rebellen gegen den Militärdiktator Fulgencio Batista zeigen und die Schlacht um Santa Clara am Ende gehören zu den großen Pluspunkten des Films. Auch dass Soderbergh wohl den einen oder anderen Oliver Stone-Film gesehen haben muss, merkt man positiv in der Bildgestaltung, dem Schnitt der verschiedenen Erzählsträngen und der Musik.



4. THE GIRLFRIEND EXPERIENCE (2009)

Ich kann voll und ganz verstehen, wenn man The Girlfriend Experience nicht gut findet oder nicht mag, schlägt er doch ein wenig in eine ähnliche Kerbe wie die erwähnten Full Frontal und Unsane was das Maß an Unzugänglichkeit in der Machart und der Prämisse angeht. Aber Soderbergh setzt mit Sasha Grey einen Porno-Star sehr viel besser ein als z. B. Paul Schrader es mit James Deen in The Canyons getan hat und wirft in knappen 77 Minuten einen interessanten Blick auf Themen wie Liebe, Beziehungen und Erwartungen.



3. ERIN BROCKOVICH (2000)

Neben Hautnah wahrscheinlich die beste schauspielerische Performance von Julia Roberts und das Zusammenspiel mit Albert Finney und Aaron Eckhart ist da nur die Kirsche auf dem Eisbecher. Die Geschichte ist packend von Soderbergh in Szene gesetzt und die dramatischen Teile greifen mit den humorvollen perfekt ineinander. Ein Film der sich am Ende gar nicht nach 131 Minuten anfühlt.



2. LOGAN LUCKY (2017)

Natürlich kann man Logan Lucky eine Redneck-Version von Ocean’s Eleven nennen. Aber er unterscheidet sich dann doch z. B. darin, dass der Humor ist sehr viel ausgeprägter ist, wo Ocean’s Eleven cooler war. Channing Tatum, Adam Driver und Riley Keough sind perfekt besetzt und mit Daniel Craig hat man ein Ass im Ärmel das nicht stärker hätte ausfallen können. Dazu kommt noch, dass auch sehr eigentliche Heist interessant ist und die eine oder andere gute Wendung enthält.



1. OCEAN’S ELEVEN (2001)

Wenn das Remake das Original nicht nur deutlich schlägt, sondern es fast ungespitzt in den Boden rammt: Ocean’s Eleven ist in jeder Faser cool und stylisch, aber nervt damit zu keiner Sekunde und saugt den Zuschauer direkt rein in das Geschehen. Über den Cast muss man nicht viele Worte verlieren, die Kamera von Soderbergh aka Peter Andrews verleiht dem Ganzen seinen unvergleichen Charme und nicht genug gewürdigt wird eh die Musik von David Holmes. Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass ich auch die beiden Nachfolger für großartig halten, auch wenn der erste natürlich noch einen Tacken besser ist.

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