In den letzten Jahren bescherten uns Filmemacher aus Spanien gute Genrewerke wie Timecrimes – Mord ist nur eine Frage der Zeit, Mad Circus – Eine Ballade von Liebe und Tod, Witching & Bitching, The Last Days oder Sleep Tight; neben [REC] sehr gute Thriller- und Dramakost mit A Perfect Day und La Isla minima – Mörderland; und Meisterwerke wie Die Haut, in der ich wohne und The Body – Die Leiche. Die Morde von Madrid von Rodrigo Sorogoyen hätte also im Grunde leichtes Spiel mindestens ein guter Film zu sein, schaft es aber leider nur selten sowas wie Spannung aufzubauen und wird am Ende zu einem typischen Serienkiller-Thriller von der Stange der noch nicht mal mit seinem Look überzeugen kann.

Die von Antonio de la Torre und Roberto Álamo dargestellten Ermittler scheinen direkt aus der Klischeekiste entsprungen zu sein mit ihrer typischen Gegensätzlichkeit und beide spielen im Rahmen ihrer Möglichkeit sogar stellenweise gut auf. Fast ein wenig negativ dagegen fällt Javier Pereira auf Serienkiller auf, dessen Identität eigentlich recht schnell enthüllt wird und somit noch langweiliger und nichtssagender wird. Auch über die von María Ballesteros verkörperte Putzfrau Rosario sollte man nicht zu viele Wörter verlieren, hat die Figur im Grunde keine weitere Funktion um den von Antonio de la Torre gespielten Schreibtischermittler Luis Verlarde einige unnötige und fast schon peinliche schwarzen Flecken auf der weißen Weste zu verpassen.

Dazu dauert der Film mit seiner Laufzeit von knapp über 2 Stunde einfach viel zu lang und zieht sich irgendwann wie Kaugummi, weil man Sorogoyen anmerkt, dass er unbedingt einen spannenden Thriller mit langer Laufzeit drehen wollte – z. B. hat Sieben von David Fincher dieselbe Laufzeit -, dafür aber überhaupt nicht die interessanten Figuren, geschweige denn eine spannende Geschichte zu bieten hat. Selbst die Kameraarbeit kann nicht überzeugen: Wo z. B. La Isla minima – Mörderland schon alleine durch seine Bilder und Atmosphäre punkten konnte, herrscht bei Die Morde von Madrid gähnender Trist. Und wenn das Finale dann natürlich im strömenden Regen spielt, wirkt das alles zu gewollt um noch zu gefallen.

Fazit: Ein unterdurchschnittlicher Thriller wie man ihn schon Dutzendfach aus Hollywood gesehen hat, kann also auch aus Spanien kommen. Da helfen auch die beiden Hauptdarsteller Antonio de la Torre und Roberto Álamo nicht weiter die zwar versuchen ihre Abziehbilder von Rollen mit Leben zu füllen, aber von einem Regisseur und einem Drehbuch ohne einen Funken Kreativität im Stich gelassen werden.