Der dritte Eintrag im Cloverfield-Franchies war wie schon der Vorgänger 10 Cloverfield Lane gar nicht als Beitrag gedacht, sondern bekam das Monster-Setting nur drüber gestülpt; und wie schon bei 10 Cloverfield Lane stört es im Grunde gar nicht, schlagen doch beide Filme den ersten Cloverfield spielend. Auch wenn The Cloverfield Paradox nicht ganz an den sehr guten 10 Cloverfield heranreicht. Aber den ähnlich gelagerten Life überflügelt er dann doch knapp.

Der zweite Film für den aus Nigera stammenden Regisseur Julius Onah nach dem von Kritikern und Publikum verhalten aufgenommenden The Girl Is in Trouble aus dem Jahr 2015 lebt vor allem von seinem Cast der mit Daniel Brühl, Elizabeth Debicki, Aksel Hennie, Gugu Mbatha-Raw, Chris O’Dowd, John Ortiz, David Oyelowo und Zhang Ziyi gut besetzt ist und der stimmigen Kameraarbeit von Dan Mindel (Star Trek, Star Wars: Das Erwachen der Macht). Vor allem durch die Bilder erinnert The Cloverfield Paradox sehr stark die beiden Star Trek-Filme von J.J. Abrams, wenn die Astronauten durch die Korridore der Cloverfield Station laufen.

Schauspielerisch können vor allem Gugu Mbatha-Raw und Elizabeth Debicki überzeugen, wobei gerade Mbatha-Raw das Herz des ganzen Films ist: Ihre Ava Hamilton ist vielleicht die einzige Figur – ähnlich wie die Rolle von Lizzy Caplan im ersten Cloverfield – mit der man mitfühlen kann wenn sie hin und her gerissen ist mit der ganzen Situation die mit dem Auslösen des Hadron-Teilchenbeschleuniger entstanden ist. Elizabeth Debicki gibt mit ihrer kühl-überlegten Ausstrahlung einen spannenden Gegenpol ab und harmoniert wunderbar in den Szenen mit Mbatha-Raw. Chris O’Dowd überzeugt als irischer Inginuer Mundy mit trockenem Witz und verleiht dem Film einen leichten Tanz der Teufel 2-Feeling, während Daniel Brühl in seiner fast schon gewohnten Rolle des undurchsichtigen Ernst Schmidt ebenfalls Akzente setzen kann. Einen leicht faden Beigeschmack hinterlassen die fast sträflich unterfordeten David Oyelowo und Zhang Ziyi die im Angesicht ihres Potenzials und dem Können nicht den Raum zu vollen Entfaltung ihrer Rollen bekommen.

Fazit: Wie schon 10 Cloverfield Lane braucht The Cloverfield Paradox das Kostüm des Cloverfield-Franchies nicht wirklich und hätte auch unter dem eigentlichen Titel God Particle gut funktioniert. Ob der Film aber das Budget von 45 Millionen Dollar und den Cast bekommen hätte, bleibt zu bezweifeln. So bleibt aber am Ende ein guter SciFi-Film bei dem die eigentliche Geschichte ein wenig zweitrangig ist, aber durch einen spielfreudigen Cast zu unterhalten weiß.

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