Mit Alarmstufe: Rot stand Steven Seagal wahrscheinlich auf dem Gipfel seiner Karriere und genau so schnell wie er oben war, knallte er auch wieder in Richtung Erdboden. Es folgten Filme wie Auf brennendem Eis der alleine durch seinen ungewollten Humor und Michael Caine gerettet wird, die komplett missglückte Fortsetzung Alarmstufe: Rot 2 und The Patriot – Kampf ums Überleben der in Sachen Schlechtigkeit alle vorherigen Filme nochmal locker schlug. Exit Wounds – Die Copjäger im Jahr 2001 war dann ein letztes aufbäumen im Kinosaal, bevor sich Seagal in Richtung der billigeren DTV-Action verabschiedete. Der 1996 gedrehte Glimmer Man ist da schon fast ein kleiner Lichtblick, aber ebenfalls weit davon entfernt ein guter Film zu sein.

Die Story gleicht einem wilden Rip-Off von Sieben, Last Boy Scout – Das Ziel ist Überleben und 48 Stunden und die wirklich interessanten Storystücke wie die Vergangenheit des von Seagal dargestellten Jack Cole als titelgebender Glimmer Man oder auch der Serienkiller „The Family Man“ werden recht schnell und fast ohne jede Bedeutung abgefertigt und weichen einer altbekannten Geschichte die leider ohne Frische runtergerattert wird. Das ist bedauerlich, denn die Chemie zwischen Steven Seagal und Keenen Ivory Wayans ist stellenweise sehr schön anzuschauen und vor allem Wayans macht seine Rolle als Detective Jim Campbell echt gut. Leider tut sich Seagal selbst keinen Gefallen damit Jack Cole fast im Sekundentakt buddhistisch-philosophische Weisheiten von sich geben zu lassen, immer wieder zu predigen dass er Gewaltlosigkeit bevorzugt und am Ende aber gefüllt drei Dutzend Leute getötet oder schwer verletzt zu haben. Auch die Nebendarsteller wie Bob Gunton, John M. Jackson und vor allem Brian Cox scheinen fast ein wenig verschwendet zu sein.

Eine weitere Schwäche ist die Action in den Martial-Arts-Momenten von Seagal: Da wird bei jedem Schlag geschnitten und es kommt nie ein flüssiges Ganzes dabei heraus, sondern man sieht Seagal nur mit den Händen fuchteln und dann fliegt der nächste Gegenspieler durch einen Schrank. Zugegeben: So schlimm wie in seinen Filmen der letzten Jahre ist es nicht, hat aber schon einen bitteren Beigeschmack. Wenigstens gibt es zum Ende hin einen netten Shootout in einem Hotelzimmer.

Fazit: Auch wenn das Duo aus Steven Seagal und Keenen Ivory Wayans stellenweise gut funktioniert und seine humorvollen – aber viel zu selten vorkommende – Momente hat, stellt sich der Film durch seine uninspirierte Story und eintönigen Inszenierung selber ein Bein.

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